
|
Interview mit Charles Prémont vor dem Konzert bei Perte-de-Signal in Montréal, März 2008. Kurzbiographie siehe unten! Sein künstlerisches Interesse gilt dem "Dazwischen", den Zwischenräumen zwischen Musik und Theater, Musik und Sprache, zwischen Musik und Bildender Kunst. Zum Beispiel: ja es ist plötzlich wärmer geworden (2003), Musiktheater, in Zusammenarbeit mit Steffi Weismann. Seine Stücke lenken die Aufmerksamkeit auf den Raum, der sich zwischen Sprachklang und paralleler, nicht-illustrierender Aktion auftut (-cycling 1990; des Kleinen Übergewicht 1995, 45 sekunden 2006), auf alltägliche Räume und die Klänge in ihnen wie die Bahnhofsstücke, in denen sich minimale Bläserklänge über den Bahnhof verteilt mit den Klängen der Züge und Passanten mischen (nordbahnhof 1996, bahnhof westend 1996, bahnhof zoo 1997). willkommen zu hause ist für die quietschenden Pendeltüren des S-Bahnhofs Nordbahnhof und zwei Violinen, die die Pendeltürklänge spiegeln, geschrieben: die Zuhörer/Passanten erleben die Musik im Vorübergehen. In (o.T.) für klarinette in einem raum mit langem nachhall 1 (1999) sowie (o.T.) … 2 (2000) spielt die Klarinette mit ihrem eigenen Nachhall in Mikrointervallen zweistimmig und verweist so auf die Anwesenheit des Raumes. parochial (1998) – für die Maulwerker (4 Frauenstimmen, Trompete/Stimme, Klarinette/Stimme, Altsax + Zusatzinstrumente) und die Parochialkirche – bewegt sich im Raum zwischen innen und außen; skulpturale Klänge werden im Raum bewegt, verengen oder weiten ihn; die drei Bläser bewegen sich meist außerhalb des Raumes und erweitern die akustische Wahrnehmung über die gesetzten architektonischen Wände hinaus. zunge lösen (1999/ Ensembleversion 2001) für Zunge/Kehlkopf/Atem geht an die Wurzel der Artikulation und ist sowohl ein Werk für Stimme als auch eine szenische Komposition, Musiktheater an seinem Ursprung. Wie auch in den neueren Arbeiten unter umständen verabschieden wir uns behalten etwas in erinnerung was wesentlicher erscheint als das gegenwärtige fragen aber nicht mehr (2004) für Wasser, Papier, Stimme; Zunge, Atem, Kehlkopf; Trompete (Trio) und o.T. (atem, zunge, etwas kehlkopf) (2005) für Stimme solo wird hier die vokale Artikulation analysiert und Atem, Zunge und Kehlkopf als separate, sich durchdringende Schichten verstanden. Auszeichnungen und Aufträge Mit der Gruppe antenne pernot Gewinner des interdisziplinären Realisierungswettbewerbs operare08 der Zeitgenössischen Oper Berlin, finanziert von der Kulturstiftung des Bundes, zur Realisierung von WÜSTE WÜSTE. Kompositionsauftrag des Ontological-Hysteric Theatres New York für THE ROOM, Ensemble Object Collection, März 2008. Gaststipendiat des Auswärtigen Amtes für einen einmonatigen Aufenthalt in der Villa Aurora Los Angeles März/April 2007. Arbeitsaufenthalt im Produktionskollektiv FERNWÄRME auf Schloss Bröllin 2002. Stipendiat der Stiftung Kulturfonds im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop 2000. Kompositionsauftrag des Berliner Senats für parochial 1997/98. Arbeitsaufenthalt in den Ateliers im Alten Schlachthof Sigmaringen 1990. Kompositionen u.a. Concert de Noel, Ensemble CERCLES, La Chaux-de-Fonds/ Lausanne/ Bienne, Schweiz, 2009 Galerienrundgang kulturradio RBB, Berlin 2009 Festival Les Amplitudes, La Chaux-de-Fonds, Schweiz, 2009 Experimental Ontological Series, Ontological Theatre, New York, 2008 Bowerbird, Philadelphia, 2008 Experimental Intermedia, New York, 2008 Goethe-Institut, Montreal, 2008 Perte de Signal, Montreal, 2008 New Music Concerts, Toronto, 2008 The Red Room, Baltimore, 2008 Theater Mannheim, 2007 Q-O2 Brüssel 2007, Dangerous Curve Los Angeles 2007, California Institute of the Arts 2007, Diapason Soundart Gallery New York 2007 und 2008, TESLA Berlin 2006, KKL Luzern, Schweiz 2006, Museum Moderner Kunst MUMOK Wien 2005, Galerie complice Berlin 2005, Klangwerkstatt Berlin 2005, staatsbank französische strasse Berlin 2003, Festival "Randspiele" Zepernick 1999 und 2002, Museo Vostell Malpartida/Spanien 2001, Festival RESERVOIR IV – Kleiner Wasserspeicher Berlin 2000, Festival "moments musicaux" in Aarau/Schweiz 2000, Zionskirche Berlin 1999, Festival "ESCUTA!" Rio de Janeiro 1998, "Unerhörte Musik" Theater Magdeburg 1998, Parochialkirche Berlin 1998, Festival "CLUSTER - Forum Neue Musik Thüringen" Weimar 1997, Center for Contemporary Arts Glasgow 1996, Festival "grenzenlos. Berlin in Moskau" Mossovet-Theater Moskau 1996. Seine Werke wurden von Radiostationen in Deutschland, den Niederlanden, den USA und Kanada gesendet. Ausbildung Studium an der Universität der Künste Berlin: Gitarre, Klavier, Gesang; Kontrapunkt/Zwölftontechnik bei Hartmut Fladt; musikwissenschaftliche Examensarbeit "Stille bei John Cage und Morton Feldman"; Experimentelle Musik und Musiktheater bei Dieter Schnebel; Performance Art in der eigens initiierten Freien Performance Klasse; Projekte der Bühnenbildklasse unter Leitung von Achim Freyer / Germanistikstudium an der TU Berlin; Staatsexamen / Ausbildung "Zen-Künste" (Obertongesang, stimmliche Improvisation, Kalligraphie/Notation etc.) bei Michael Vetter / verschiedene Schauspiel- und Bewegungsstudien / Seit 1987 Interpret Neuer Vokalmusik und Neuen Musiktheaters, als Solist oder im Ensemble "Die Maulwerker". seit 1990 Aufführungen eigener Kompositionen seit 1992 Musiktheaterregie Presse "Der Komponist Christian Kesten zum Beispiel liebt Bahnhöfe, wahrscheinlich auch das Wegfahren und Ankommen, das Wechselspiel von Bewegung und Stillstand, das man in jedem Zug, jeder U- und S-Bahn erleben kann. "Nordbahnhof", "Bahnhof Westend" oder "Fahren" heißen seine Kompositionen, darin läßt er die realen Geräusche, das Gerumpel und Getöse, mit Sprache und Musik zusammenfließen. ... Auch "parochial", ein Stück von Kesten, das 1998 in der Parochialkirche uraufgeführt wurde, ist solch ein dem Raum verbundenes Werk. ... ein sinnliches Verwirrspiel …. Zuerst mit Tönen, die sich im Zeitlupentempo nach oben schrauben und nach und nach den ganzen Raum füllen, wie ein Flaschengeist, der kaum dem Gefäß entwichen immer dicker und größer und bedrohlicher wird. Mal klingt das höhnisch, dann wieder eher ekstatisch, vieles ahnt man, statt es wirklich zu hören. Doch dann drängt sich die Sprache in den Vordergrund und klingt wie ein mit der falschen Geschwindigkeit abgespielter Dialog. Das ist aggressiv und unüberhörbar und ... ein beeindruckender Angriff auf die Sensoren des Publikums." Anna-Bianca Krause, FAZ, 5.8.2000 Kurzbiographie Christian Kesten Als Komponist und Klangkünstler, Vokalist und Performer arbeitet er an Verbindungen von Stimme und Aktion, Musik und Sprache, an der Durchdringung von Klang und Raum. Seit 1983 entstanden kammermusikalische, musiktheatrale oder ortsbezogene Kompositionen für verschiedene Ensembles, als composer/performer tritt er mit seinen Arbeiten für Stimme und Aktion auch solistisch auf bzw. im Duo mit Lucio Capece, im Trio „dishk“ mit Axel Dörner und Makiko Nishikaze, sowie im Ensemble „Die Maulwerker“. Er erhielt 1998 einen Kompositionsauftrag des Berliner Kultursenats für parochial für das Ensemble „Maulwerker“ in der Parochialkirche Berlin, 2008 einen Auftrag der Ontological Experimental Series New York für THE ROOM (für 5 Sprecher und 5 Instrumente), sowie 2009 einen Auftrag des Schweizer Ensembles CERCLES für nichts weiter (für Harfe, Stimme (Sopran), Snare Drum, Tom). ja es ist plötzlich wärmer geworden (in Zusammenarbeit mit Steffi Weismann) in der staatsbank berlin 2003 wurde vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. 2000 war er Stipendiat im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop und 2007 in der Villa Aurora Los Angeles. Mit der Gruppe antenne pernot gewann er 2008 den interdisziplinären Realisierungswettbewerb operare08 der Zeitgenössischen Oper Berlin, finanziert von der Kulturstiftung des Bundes, zur Realisierung von WÜSTE WÜSTE (2009). Aufführungen seiner Werke: Center for Contemporary Arts Glasgow (1996), Diapason Soundart Gallery New York (2007 u. 2008), EXPERIMENTAL INTERMEDIA New York (2008), Museum Moderner Kunst MUMOK Wien (2005), staatsbank Berlin (2003), TESLA Berlin (2006), Kleiner Wasserspeicher Berlin (2000) u.v.a. Seit 1987 ist er Interpret Neuer Vokalmusik und Neuen Musiktheaters, als Solist oder im Ensemble „Die Maulwerker“ mit zahlreichen Uraufführungen und internationaler Konzerttätigkeit. Zusammenarbeit mit Alessandro Bosetti, Jürg Frey, Chico Mello, Andrea Neumann, Josef Anton Riedl, Iris ter Schiphorst, Dieter Schnebel, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Ensemble Modern, Apartment House London u.v.a. Seit 1992 Inszenierungen Neuen Musiktheaters: Akademie der Künste Berlin, Festival MaerzMusik Berliner Festspiele, TESLA Berlin, Huddersfield Contemporary Music Festival, Megaron Moussiki Athen, u.a. Er konzipiert und kuratiert seit 2005 die Reihe maulwerker performing music am TESLA bzw. Villa Elisabeth Berlin und ist seit 2006 Co-Kurator der Reihe Labor Sonor für experimentelle, improvisierte Musik, Film und Performance Art in der KULE in Berlin-Mitte. Gastvorträge und Lehraufträge in den USA, Israel und Deutschland. christiankesten.de |